Press, Priis un no anderi Stimme
14. Oktober 2011: Denzlinger Kulturwoche 2011
"E Blick zruck" - eine Reise durch die Geschichte
Der etwas andere Heimatabend
Die Autoren Dieter Ohmberger und Dieter Geuenich haben ein weiteres Mal Szenen aus ihrem reichen Fundus entwickelt, sich historisch keine Abweichungen erlaubt; in penibler Kleinarbeit etwa wurde der Text der Original-Urkunde zum Sündenerlass übersetzt, und der Vertrag mit den Waldkirchern oder das Protokoll der Visitation existiert im exakt gleichen Wortlaut, wie er dann zu hören war. Die Denzlinger Geschichte wurde von den beiden Historikern aus ihrem Schlaf geweckt, mit Leben gefüllt - und man kann, sobalde der zweite Band vorliegt, das alles und noch viel mehr nachlesen...
Ulrike Derndinger ist nicht nur auf der Bühne eine BZ-Redakteurin, und sie hat tatsächlich Theologie studiert, wie im Dialog mit Königin Adelheid zu hören war. Das Alemannisch von Ulrike Derndinger ist in der Ortenau zu finden, und es hat einen gnz besonderen Reiz! Ulrike ist eine erfolgreiche Mundartautorin und talentierte Schauspielerin - und mit ihr kam an diesem Abend der Dialekt zu Wort. Sonst hätte mit Sicherheit etwas gefehlt...
Mein Part: Beim "Blick zruck" 2009 hatte ich ebenfalls die Dialoge "zwischen" den historischen Szenen geschrieben. Dieses Mal durfte ich allerdings nicht meinen geliebten Wiesentäler Dialekt sprechen: es hätte einfach keinen Sinn gemacht, in den Jahren 952 oder 1300 und bis zuletzt 1638 die Sprache Johann Peter Hebels zum Einsatz zu bringen. Dafür habe ich die fünf Frauengestalten und die Figur der Reporterin entwickelt, denn das war überhaupt das Erste, was mir beim Lesen des Manuskripts auffiel: Es gibt darin überhaupt keine Frauen! Jetzt gibt es sie: Eine Königin, eine Kirchenbesucherin, die Frau eines Revolutionärs, eine der Zauberei verdächtige Hebamme, eine Frau mit zwei Kindern auf der Flucht. Und alle treffen auf eine Person aus der Zukunft, auf die BZ-Reporterin Ulrike...
Alle anderen haben wunderbar mitgeholfen und mitgespielt. So wurde Geschichte zu farbenfrohen Bildern: Ob Herzöge, Bischöfe, aufständische Bauern oder frommes Kirchenvolk, ob Kammerzofe hinter der Bühne oder Souffleur - alle waren mit Freude dabei. Nicht zu vergessen die beiden "Enkel" vom letzten Mal: sehr geduldig bei der Probe, und am Aufführungsabend ganz bei der Sache. Danke Marius, danke Hannah - danke an alle!
März 2011
Oberbadische Zeitung: "Die großen Themen der Lyrik" von Gabriele Hauger
„däsche us schnee“: Gedichtband der Zeller Autorin Carola Horstmann
(...) „Kinderzitt“, „mi Herz“, „mini Katz“ oder „lache un hüüle“ überschreibt sie die Themenblöcke und fügt für Nicht-Alemannen ein hilfreiches kleines Glossar mit Übersetzungen an. Mittlerweile in Denzlingen lebend, schreibt Horstmann im Zeller Dialekt, wählt authentische Formulierungen, ohne bemühte Künstlichkeit (...) Ihre Gedichte sind wie Musikstücke komponiert: „Das ist Lyrik in ihrer besten Art, von großer Musikalität“, sagt Markus Manfred Jung über Horstmanns Lyrik. Sie habe zweifelsohne eine große Meisterschaft erreicht (...).
11. Februar 2011
Buchvorstellung "däsche us schnee"
Bei der Buchvorstellung von „däsche us schnee“ in der Mediathek Denzlingen herrschte
großer Andrang. In seiner Einführung legte Markus Manfred Jung (links im Bild) literarisch Maß an
die alemannischen Gedichte an und fand darin alle Kriterien für Qualität erfüllt:
Gestaltetheit, Offenheit, Nachhaltigkeit, Wertigkeit, Angemessenheit und
Ursprünglichkeit.
An der Gitarre war David Wendeborn mit eigenen Kompositionen zu hören.
Den musikalischen Abschluss bildete „Yesterday“ auf alemannisch.
Aus der Einführung von Markus Manfred Jung:
(...) Was spannt sich auf zwischen „Lueg“ un „Lueg“, zwischen schau und schau?
Ein Augen-Blick der Introspektion, kurz, in wenigen Worten. Die Stimmung,
nachdenklich, apollinisch klar, fast bitter in der Erkenntnis „do längt er an
di Herz / hebts aa“, keine metaphorische Verklärung, nüchterne Sprache! – dann
geht sie doch ins Bild, aber wie? Die Intentionalität ist scharf: „Lueg“, schau
dem Tod ins Gesicht! Die passenden Wörter sind ebenso scharf: „Lippe – grisse
vor Kälti“, „Stirn“. Und dann? Dann ändert sich der Ton. Die Intentionalität
geht vom Tod in den Trost – die Sprachbilder vom „Tragen“, der „jenseitigen
Seite“, „dem Stern“ und „dem Kind“ zu einem wiederholten und doch jetzt viel
sanfteren, ruhigeren „Lueg“.
(...) Hier spricht eine unverwechselbare Persönlichkeit, ein eigen-artiger, ganz
eigener Mensch und das in einer selten gewordenen poetischen Sprache, in einem
Alemannisch, das sich Musikalität, Wortschatz und mitschwingendes Gefühl
(affektive Konnotation) erhalten hat, ein unschätzbarer Schatz. „däsche us schnee“,
ein Schatzkästlein alemannischer Gedichte ...
BZ, Kulturseite, vom 9. Februar 2011
"Derf sii/ was isch"
Rezension von „däsche us schnee“ von Stefan Pflaum
(...) In "Amalfiküschte" heißt es: "Dört stoht er im Wasser / e grindige Ries (ein steiniger, krustiger Riese) / en Autoschlange / um de Hals / unter jedi Achsle / ä Tunnel gschobbt (gestopft)." Unter Wasser aber "do isch es wiit (weit) / un kirchestill ... kömme Fischli / um de Rank (Abhang) / stöhn Blueme / zwüsche grindige Zeeche (Fußzehen) // derf sii / was isch.". Welche Bildkraft in dieser Mundart und welch starkes Ende im Gedicht – "derf sii / was isch"! Momentaufnahmen. Zeitlos die einzelnen Elemente. Lyrische Texte beschreiben keine Handlung. Alles ist gleichzeitig, punktuell. Düne und Strandhaber. Der grindige Ries, Wasser und Fischli. Lyrische Texte, besonders Mundarttexte, sind an der gesprochenen Realisierung orientiert. Man sollte die Gedichte von Carola Horstmann unbedingt auch hören, ein zweites, drittes Mal lesen und innerlich nachhören. Ein Hörgenuss über Augen und akustisches Gedächtnis (...).
4. Februar 2011
Wie kommt ein alemannisches Gedicht in Matthias Kehles Lyrik-Blog?
BZ vom 4. Februar 2011
Von Markus Zimmermann
(...) Es ist mein zweites literarisches Kind", sagt Carola Horstmann von ihrem Gedichtband. Dabei sei es eben so verschieden, wie Kinder sein können, sieht sie es deutlich anders als ihr Prosabändchen. "Gedichte schreiben, das ist ein ganz anderer Prozess, der ganz kurz, aber manchmal auch ganz lange gehen kann", erklärt die 62-Jährige. (...) Mit Bildhauen vergleicht sie den Schöpfungsprozess des Dichtens. Entscheiden müsse der Autor, was er weg lässt, was er behält, welche Variante er wählt. "Was ausschlaggebend dafür ist, weiß ich nicht", so Carola Horstmann. (...) Angefragt worden sei sie auch, ob sie ein Hörbuch machen wolle, "doch eine CD ist für mich keine Ersatz für ein Buch". Auch nicht, wenn ein kleines Booklet dazu gehört, was allein schon in der Form den Gedichten nie gerecht werden könne. "Gerade ein Gedichtband braucht den Prozess zwischen Buch und Leser", ist sich Carola Horstmann sicher ...
24. Januar 2011
Badische Zeitung
Der Denzlinger Jahresrückblick 2010 wird der Presse vorgestellt. Carola Horstmann
hat eine alemannische Kurzgeschichte beigesteuert. Auf dem Bild v.l.n.r.: Sven
Freimuth, Dieter Ohmberger, Carola Horstmann, Helmut Kunkler
Literatursommer 2010
Sonntag, 2. Mai, 17.00 Uhr in der Mediathek Denzlingen: Hebelprojekt des Fördervereins der Mediathek Denzlingen
Unverhofftes Wiedersehen: Diese Geschichte von J.P.Hebel war der Ausgangspunkt eines generationenübergreifenden Projekts, in dem junge Autoren alte Menschen zu ihrem Leben befragten. Die dabei entstandenen Texte wurden im Rahmen einer Schreibwerkstatt weiter entwickelt, als Buch gedruckt und drei der Geschichten prämiert. Alle Interwiews waren filmisch und fotografisch begleitet worden. Diese Filme wurden in Ausschnitten gezeigt, die Fotos in der Mediathek ausgestellt. Die Resonanz in der Bevölkerung war außerordentlich groß. Dieses Projekt wurde gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg und der „Aktion Mensch“.
Sonntag, 2. Mai, 19.30 Uhr im Rocca-Saal: Happy birthday Johann Peter!
Ein Denzlinger Historiker will hinter ein gut gehütetes Geheimnis kommen: Wer
ist die Frau neben Hebel auf der berühmten Briefmarke? Was verbindet Johann
Peter Hebel mit dem ehemaligen Langendenzlingen? Die Gespräche mit dem von zwei
Engelchen extra eingeflogenen alten Dichter verlaufen etwas einseitig und dienen
der historischen Genauigkeit nur halb. - Im Einakter "Das Hexlein" geht es um
die Unmöglichkeit, heutzutage ein alemannisches Gedicht für die Schule lernen
zu müssen. Das scheint erst mal eine rechte Zumutung zu sein für zwei junge
Leute: er unglücklich verliebt, das Mädchen scheinbar taub für seine Nöte.
Dass sich das Gedicht zuletzt als Steg erweist, der die beiden zueinander
führt, haben sie Hebel zu verdanken, oder besser: seinem Geist. Dieser greift
immer wieder helfend ein. Und mit einem Mal erweist sich dieses kleine,
zweihundert Jahre alte Gedicht für die beiden als höchst aktuell.
Regie: Carola Horstmann
Texte: Carola Horstmann, Dieter Ohmberger.
Musikalisch umrahmt wurde dieser Abend von dem alemannischen Duo Pflaum & Sesterhenn.
Der Abend war ausverkauft und musste um eine Vor-Premiere am Nachmittag erweitert werden. Auch diese Veranstaltung wurde gefördert von der Landesstiftung und der „Aktion Mensch“. "Das Hexlein" wurde in einer anderen Besetzung ein weiteres Mal aufgeführt beim Europafest rund ums Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen am 4. Juli 2010.
„Alle Jahre geht etwas und etwas kommt“ von Stefan Pflaum
In Szene gesetzt hat der Autor eigene Betrachtungen, Texte von und über Hebel und dessen Werk. Im Dialog mit allen Sprechern setzt er sich mit dem uns weniger bekannten Hebel auseinander, lässt Kalendergeschichten neu entstehen, aus Briefen überlieferte Liebesdinge verhandeln ...
Text und Regie: Stefan Pflaum.
Sprecher: Stefan Pflaum, Raimund Sesterhenn, Klaus Gülker, Carola Horstmann.
Instrumentalmusik und Komposition: Stefan Pflaum/ Raimund Sesterhenn.
Am Kontrabass: Stefan Rheidt.
Chor: Singkreis Stohren.
Aufführungen in Freiburg, Oberried, Badenweiler und Ehrenkirchen
Unterstützt wurden die vier Abende von der Muetterschproch-Gsellschaft und der Landesstiftung Baden-Württemberg.
4. Dezember 2009
Badische Zeitung Armin Ayren und Carola Horstmann lasen in Wehr "Geschichten und eine Handvoll Gedichte", ein Artikel von Karin Stöckl-Steinebrunner
WEHR. Zur vierten Lesung mit Unterstützung des Schriftstellerverbandes
Baden-Württemberg in Wehr konnte Markus Manfred Jung die Autoren Carola Horstmann
und Armin Ayren im "Storchehus" begrüßen.
(...) Seit sieben Jahren schreibt Carola Horstmann in alemannischer Mundart.
Gerade bereitet sie einen Gedichtband vor, aus dem sie einige kurze, stimmungsvolle
Momentaufnahmen vortrug. So Eindrücke von der Insel Amrum, die Kindheitserinnerungen
an den langen Weg ins Schwimmbad oder von kleinen und großen Ängsten sowie eines
über das Dichten, zu dem der Zugang immer wieder neu gefunden werden müsse. Auch
aus ihrem Kurzgeschichtenband "Katzegrabschtai" las sie einige Geschichten.
Liegt es am Dialekt und seiner besonderen Art der Satzbildung und der Wortwahl,
oder doch an der Einfühlungsgabe der Autorin - die Geschichten sprechen zu den
Hörern, nehmen sie mit hinein in den Erzählvorgang und lassen sie mitleiden. Aber
auch ein leises Lachen schwingt in Horstmanns Geschichten mit, wenn sie zum Beispiel
behauptet, das Unanständige müsse zuerst da gewesen sein, denn das habe man als
Kind ja schon gekonnt, den Anstand hingegen habe man erst lernen müssen. Sie kommt
zum Schluss, der unanständige Blick unter den Rock ihrer Kindheit sei zwar heute
kein Thema mehr, aber eben doch nur gegen andere Dinge vertauscht worden, derer
man sich heutzutage schäme (...).
21. Oktober 2009
En glatte Obe isches gsi mit em Wolfgang Miessmer zämme bi de katholische Frauegmeinschaft z Denzlinge!
26. März 2009
Südkurier, Stadtbücherei Engen, ein Abend mit Stephan Glunk und Carola Horstmann von Karin El Himer
(...) Mit ihrer modernen Art der Dialektliteratur begeisterte sie das Publikum und erzählte
Episoden aus ihrem Leben, die in ihren Büchern nachgelesen werden können. Während des
Vortrags im Dialekt des Wiesentals übte ihre gekonnt lebendige, individuelle Erzählung
einen unvergleichlichen Reiz aus. Ob humorvoll oder ernst, jede Geschichte wurde zu einem
kommunikativen, individuellen Kunstwerk. (...) Auch die Unterschiede dessen, was Kinder
und Erwachsene unter "Aaschtand" verstanden, ließ Spontanapplaus ertönen.
Zu den neueren Werken von Carola Horstmann zählt die Geschichte von Kaiser Tinnitus,
der als Untermieter mit unterschiedlichen Griffeln und zu verschiedenen Zeiten aktiv wird.
22. März 2009
Eine ganz besondere Erinnerung an den gelungenen Abend zusammen mit Stephan Glunk in der Stadtbücherei von Engen am 22. März: Ein Buch aus Schokolade!
Mit der Widmung griff der Engener Konditormeister Hans-Werner Huber das Motto des Abends auf. Ein wunderbares Geschenk, für das ich mich herzlich bedanke!
Januar 2009
Bewilligung eines weiteren Arbeitsstipendiums durch den Förderkreis deutsche Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V.
01. Juli 2008
Badische Zeitung, Artikel von Marion Pfordt (in Auszügen)
Tiefe alemannische Einblicke in die Gefühlswelt Horstmann fällt aus dem üblichen Rahmen der Mundartliteratur ... Was auf den ersten Blick als idyllische Heimatgeschichten daherzukommen scheint, entpuppt sich beim musevollen Durchlesen oder beim Zuhören der Lesung als detaillierte Beschreibung der Erinnerungen von außen und von innen, mitsamt deren Abrechnung aus der heutigen Sicht einer lebenserfahrenen Frau. Wie in "Moneli", dem Porträt eines Mädchens, das von den Kindern gern verspottet wird. Als das vernachlässigte Mädchen vom Auto angefahren wird, geben sich die Erzählerin und der gleichaltrige Freund die Schuld dafür. Plötzlich bekommen die zwei einen Einblick in das tiefe Elend Monilis, ein Augenblick nur, ein Moment in deren Haus, auf die grausame Mutter. Das Schweigen, das die Kinder auf dem Heimweg begleitet, weitet sich auf das Publikum und legt das passend nachdenkliche Ende der Lesung. Keine Sprache beschreibt die Gefühlswelt so gut wie die Eigene. Die Sprache Carola Horstmanns ist die Alemannische.
15.Februar 2008
Die Oberbadische, Regio-KulturGabriele Hauger/Ursula König befragten Carola Horstmann zum Schreiben im Dialekt
(...)GH/UK: Wie wichtig ist für Sie der Erhalt des Dialekts?
CH: Sehr wichtig. Gleichzeitig sehe ich, dass sich da nichts erzwingen lässt. Wenn der Dialekt nicht mehr die „Sprache der Mutter“ ist, kann man ihn nicht jemandem nachträglich verpassen, wie das z.B. im Elsass versucht wird. Die strengen sich dort unglaublich an, damit der Dialekt nicht verschwindet. Elsässisch als echte „Muttersprache“ wird es aber für die jungen Franzosen in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Es ist die Sprache der Großväter und Großmütter geworden. Was man tun kann, rechts und links des Rheins, ist die Sensibilität für die Besonderheiten und die Schönheit des Dialekts zu wecken und ihn wieder attraktiv auch für junge Leute zu machen. In diesem Punkt haben es die Schweizer gut: den Dialekt braucht man dort gar nicht erst groß zu akzeptieren, er ist einfach selbstverständlich.
GH/UK: Am Ende bieten Sie dem Leser ein Glossar mit Übersetzungen von aane/hin über Kefi/Käfig bis Züg/Zeug. Dennoch: Ist Ihr Buch überhaupt für Nicht-Alemannen lesbar?
CH: Das hoffe ich doch sehr! Aber es verlangt natürlich einiges, das gebe ich zu. Es sind auch immer etwas besondere Leser, die sich auf dieses Abenteuer einlassen. Andererseits: Wenn ich wieder einmal erlebe, wie sich Altsprachler um das richtige Verständnis eines lateinischen Textes streiten können, stelle ich mir genau so etwas für meine Texte vor: dass da ein paar ebenfalls nicht locker lassen, bis man sich einig ist über die beste „Übersetzung“. Das wäre schön!
18.Dezember 2007
Badische Zeitung:„Eine Reise in die eigene Kindheit“
von Markus Zimmermann-Dürkop
(Zur Buchvorstellung von „katzegrabschtai“ in der Denzlinger Mediathek)
(...) Der Blick mit den Kinderaugen, das Erleben mit den Kinderseelen, eröffnet zugleich einen spannenden Zugang in eine längst vergangene Welt. "Z Liecht go" - Carola Horstmann hat diesen Text im Rahmen der Denzlinger Kulturwoche schon vorgestellt - ist eine dieser Geschichten, die gekennzeichnet sind von detailgenauer Erinnerung und fast schon philosophischen Gedankengängen (...)
28.Dezember 2007
Badische Zeitung, Kulturseite„katzegrabschtai“: Carola Horstmann debütiert mit 22 Mundarterzählungen
In seiner Rezension geht Stefan Pflaum der Frage nach, inwiefern Mundart literarischen Ansprüchen genügen kann
(...) Die Texte nehmen mit verführerischen ersten Sätzen und lakonischen Schlüssen für sich ein, Schlüsse in der Schwebe, Schmetterlingsschlüsse: “Nüt Gnaus weiß mer nit“. Kein erhobener Zeigefinger, keine Klage oder gar Abrechnung. Eher ein schalkhaftes Lachen, ein Närrinnenlachen. Mit einer Prise Sarkasmus hie und da. Alles mit leichter Hand gestreut: „Staubtrocke, fädreliicht, glasklar“(...)
Oktober 2007
Der Sonntag von M.Zimmermann-DürkopDenzlinger Kulturwoche: Mundart mit Gefühl
Die Liebe zu den Wurzeln
(...)Texte, die eine große, fast zärtliche Liebe zu den Wurzeln nicht nur in der Sprache verraten und
dennoch nur in der Distanz so werden konnten, weil sie aus dem Abstand ihre Bedeutungsschwere gewinnen
können. Mundart, Alemannisch, keineswegs als seichte Kost (...)
April 2007
Mittelbadische Presse Hausach/Hornberg:
Virtuose Wort- und Saitenspielereien von Claudia Ramsteiner
(...) keine verklärten Gute-Alte-Zeit-Geschichten, sondern sehr lebendige Zeitzeichen mit ironischen Einblicken (...) So virtuos, wie Carola Horstmann mit den Worten jongliert, so spielt ihr Sohn Johannes mit den Saiten der Gitarre. Mit seinen meditativen Melodien zwischen den Texten gerät der Abend zu einem Gesamtkunstwerk, das alle Sinne anregt.
Mai 2006
Bewilligung eines Arbeitsstipendiums durch den Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Aufnahme von 10 alemannischen Gedichten und der Kurzgeschichte „Moneli“ in die Anthologie mit dem Titel „Wahrnehmung“
Badische Zeitung, Mai 2006, Ausgabe Schopfheim, Lokales
Wanderung aus allen Richtungen zur Hebelfeier - an der Nachbarschaftsschule Kleines Wiesental seit langem gepflegte Tradition (...) Zusätzlich boten die Kinder das Gedicht "Der Vulkan" in Hochdeutsch und Alemannisch dar.
Das war für mich eine große Freude und auch wirklich hohe Ehre! Mein „Vulkan“ am Hebeltag! Haben wir
Wiesentäler Schulkinder doch schon vor 50 Jahren am Hebeltag Hebel-Gedichte aufgesagt. Mit der Klasse 7 und ihrem so
aufgeschlossenen Lehrer gab es danach einen sehr netten Briefwechsel, mit dabei und von den Schülern liebevoll
ausgestaltet war mein „Vulkan“ einmal auf alemannisch und einmal auf hochdeutsch.
Nochmals: DANKE!
C.H.
Badische Zeitung, Lokales, November 2005 Veranstaltung des Schwarzwaldvereins im Denzlinger Roccasaal von Pia Grättinger
Ein Mundartfeuerwerk (...) Ulrike Derndinger und Carola Horstmann präsentierten einen unschlagbaren Wortwitz, der sich aus einem unerschöpflichen Repertoire nährt. Der Nachmittag war gespickt mit Geist und Ironie ... und aus den Wurzeln ihres Alemannischen machten sie nie einen Hehl. Einfach genial und unterhaltsam.
Von Haus zu Haus: Autorenlesung bei Kulturwoche, Oktober 2005: Alemannisch hat einen eigenen Sound, entwickelt Farbe und Kraft“
Badische Zeitung, Lokales, Januar 2005
„Allewil“ - weil es so schön ist von Ulrike Derndinger
(... ) BZ: Also sollten sich künftig alle Menschen zu ihrem Dialekt bekennen?
CH: Mir persönlich wird er immer wichtiger, und ich entwickle ein immer größeres Selbstbewusstsein, Alemannisch
zu sprechen. Aber ich möchte niemandem das Alemannische aufdrücken. Ich will nicht missionieren. (...)
Badische Zeitung, Land und Region, Januar 2005:
Mundartwettbewerb „Wir sueche die Beschde“
„Der Mundartwettbewerb von Badische Zeitung, Südwestrundfunk und Muetterschproch-Ggsellschaft ist entschieden: Unter Prosa und Lyrik von 288 Einsendern hat eine Jury die sechs besten Texte ausgesucht. Die mit dem ersten und zweiten Preis Prämiierten sind hier abgedruckt. Erster Preis Lyrik: Carola Horstmann, Denzlingen für „De Vulkan“
(Der Rombach-Verlag veröffentlichte im selben Jahr eine Anthologie mit den besten Beiträgen aus dem Mundart-Wettbewerb Alemannisch dichte“
Südkurier, März 2005 („Humoristen und Alltagsketzer“ Mundartautoren lesen in der Weiler Literaturwerkstatt): „Die Lesungen in Schopfheim und in Weil zeigen die vielen Seiten der Mundart: ihre sprachliche Experimentierfreude, ihre humoristische Facette, ihren kritischen Geist und nicht zuletzt ihre Aktualität...“
Badische Zeitung, Kulturseite, ein Portrait, geschrieben von Julia Pörtner, September 2004: „... dass es nicht primär um das wortwörtliche Verstehen eines Textes geht, sondern um etwas viel Generelleres, vielleicht sogar um etwas Identitätsstiftendes. Dialekt als Schlüssel zum Gefühl ...“
Zu „D'Lehrergärte“ 3. Preis beim „Oberrheinischer Rollwagen“ 2003
Basler Zeitung:„Eine stimmige Geschichte über den Übergang der Kindheit zum Erwachsensein, geschrieben in ungekünsteltem Dialekt“
Preisverleihung Oberrheinischer Rollwagen an der „Buch Basel“ 2004
Laudatio von Markus Manfred Jung, gehalten bei der Verleihung des 1. Preises beim „Oberrheinischen Rollwagen“ (s. Fotos) für die Kurzgeschichte „Moneli“
liebe Preisträger des 22. Erzählwettbewerbs 'Oberrheinischer Rollwagen'!
Sie können sich vorstellen, dass es nicht so einfach ist, bei weit über 200 Geschichten herauszufinden, welche nun die besten sind - eines Preises würdig. Jedes Jury-Mitglied liest für sich, mit seinem literarischen Hintergrund, seiner Bildung, seiner Auffassung von Literatur, seinem sprachlichen Herkommen, seiner speziellen Leidenschaft fürs Erzählen usw.
Umso erstaunlicher, wie nah wir Jurorinnen und Juroren uns schon bei der Vorauswahl unserer Favoriten waren.
Zum Beispiel gehörte die Siegergeschichte 'Moneli' von Carola Horstmann, im alemannischen Dialekt des Wiesentals geschrieben, bei allen von vorneherein zum ganz engen Favoritenkreis.
Was hat es jetzt aber ausgemacht, dass diese Geschichte den 1. Preis bekommen hat? Wenn wir die sechs Hauptkriterien für die Qualität eines literarischen Textes nehmen, wie sie auch für einen schriftdeutschen Text gelten - Ursprünglichkeit, Gestaltetheit, Angemessenheit, Offenheit, Wertigkeit und Wirkungsdauer - dann erfüllt dieser Text jedes der Kriterien in hohem Maß.
Durch die unprätentiös verwendete Mundart, wie sie auch heute noch im Wiesental gesprochen wird, durch die genau beobachteten Details und die komprimierte und stringente Erzählweise gewinnt die Geschichte Echtheit, Originalität, Individualität und Stimmigkeit in der sthetischen Spannung.
Da stimmt alles, ohne dass man merkt, dass es jemand stimmig gemacht hat. Vom Thema her: 'Umgang mit einem behinderten Kind, Verkehrsunfall' bietet die Erzählung große Klippen, an denen sie scheitern könnte: Zu starke Dramatik, zu großes Pathos, zu moralisches Auftrumpfen, zu klischeehaftes Happy-End.
Diese Geschichte 'Moneli' ist so geschickt erzählt, dass diese Klippen erst gar nicht auftauchen. Mit ihrer vorsichtig positiven Haltung zu Normen, mit ihrer Offenheit - vor allem auch am Schluss - hat die Geschichte eine Nachhaltigkeit, die beeindruckt.
Drum hämer si gwählt, un i freu mi bsunders, dass die literarischi Sprooch vo dere Stadt, won ich uf d Welt cho bin, e neuis Glanzlicht ufgschteckt kriegt hät.
Ich gratulier vo Herze!“